Die Platte

 

Die Mitwirkenden:

Marit Hætta Øverli: Stimme
André Ferrari: Perkussion
Fredrik Gille: Perkussion
Mikael Nilsson: Perkussion
Andreas Fliflet: Stimme, Bass, Säge
Bjørg Ludvigsen Furnes: Zusatzstimme, RV 970


Die Laute:

  1. Inger Anne (Inger Anne Sara Gaup)
  2. Biera Máhtte (Per Mathis Skum)
  3. Sielloabbá (Nils Peder Sara/ Karen Anne Buljo)
  4. Daja Juoidá (Andreas Fliflet/Isak Samuel Hætta)
  5. Muitun Arvii (Andreas Fliflet)
  6. Go Sevnnjoda (Andreas Fliflet/Paulus Utsi)
  7. Ole Gabriel (Marit Hætta Øverli)
  8. Tollevika (Andreas Fliflet)
  9. RV 970 (Andreas Fliflet)
  10. Indiánaoabbá (Marit Hætta Øverli/Karen Anne Buljo)
  11. Ruovgga Jievja (Ellen Marit Dunfjeld)

 Musik arrangiert und produziert von Andreas Fliflet

  1. Inger Anne Gaup ist eine Rentierbesitzerin aus Masi. Wie wir hören können,ist sie eine starke Persönlichkeit. A. Ferrari spielt das Pandeirosolo und F. Gilles spielt die Tabla. Nach einigen schottischen Erfrischungsgetränken kam A. Fliflet eines Morgens die Idee, daß es gut sein könnte, dem Stück ein paar tiefere Stimmen hinzuzufügen. Gleichzeitig begann der Nachbar des Studios, seinen Rasen zu mähen. Dieses Geräusch hielt sich, wie das Musikstück, beinahe in As-Dur, so daß man nur noch das Fenster aufmachen und auf Record drücken mußte. Das Rasenmäherfabrikat ist unbekannt.

  2. Biera Máhtte wohnt auf der Insel Senja, die für ihre schöne und dramatische Natur bekannt ist. Er ist ein erfolgreicher Rentierzüchter, und dieser Joik beschreibt ihn. Fredrik Gille begleitet. Nach sanfter Ûberredung seitens des Arrangeurs spielt Gille auf einer Brauseflasche, die vorher Flüssigkeit einer skrupellosen multinationalen Getränkemarke enthielt.

  3. Sielloabbá ist die arktische Version von einem Seelenverwandten. Herr Nilsson bellt ( assistiert von Bellneuling A. Fliflet ), Gille spielt die Rahmentrommel und rotiert dazu eine potentiell tödliche Waffe ( Messer) an einem Band über dem Kopf. Das erzeugt das Motorengeräusch, das ab und zu zu hören ist.

  4. Daja Juoida ist ein Text von Samuel Hætta, der in Guovdeageaidnu ( norweg.: Kautokeino ) wohnt. Das Geräusch stammt von A. Fliflet, der dazu von einer Vorstellung des traditionell mongolischen Stückes „Altai" auf dem Folkmusikfestival in Kaustinen 1995 inspiriert wurde. M. Nilsson spielt dabei das einzige Djembesolo der Platte. Das Stück repräsentierte die Finnmark in dem Wettbewerb für die Milleniumsmelodie, der 1999 arrangiert wurde. Im Finale war es jedoch von einer guten Platzierung weit entfernt...

  5. Muitun Arvii: der Perkussionist Arve Nilsen spielte auf unserer USA-Tournee 1997 das erste Mal mit uns. Eine Woche nach unserer Rückkehr nach Norwegen wurde er auf der E18 von einem Lastwagen überfahren. Dieses Stück ist ein Versuch, ihm und seiner Familie Achtung zu erweisen. Die Soloeinsätze auf den Cajons kommen von Gille und Nilsson.

  6. Tollevika entstand während einer schlaflosen Frühlingsnacht in einem Allradwagen in der Bucht Tollevika, Alta. Die Wellen rollten schlapp über die Kieselsteine am Strand und die Hasen gingen ihrem alltäglichen Treiben nach.

  7. Go Sevnnjoda ist ein Gedicht des berühmten samischen Dichters Paulus Utsi. Es wurde vom größtenteils nicht berühmten Musiker A. Fliflet vertont. Es handelt von Sehnsucht und der Wehmut, die man, nach informierten Quellen, fühlen kann, wenn die Geliebte weit weg ist und die Dämmerung zur Nacht wird. Ferrari, Gille und Nilsson teilen sich die Tonkrug/Trommel/Tambourin-Aufgaben. Gille spielt auch auf einer 1,5l Brauseflasche, die vorher die Flüssigkeit des bereits erwähnten Getränkekonzerns enthielt.

  8. Ole Gabriel ist Marit Hætta Øverlis Sohn, und hier joikt sie ihn. Er ist ein aktiver junger Mann und mag Techno-Musik. Leider hatten wir nicht die nötige Ausrüstung, um die Musik zu programmieren, so daß Gille den Auftrag erhielt, die Trommelschleifen mit der Stimme nachzuahmen. Mitunter mußte er Luft holen, und an diesen Stellen mussten wir das Band zurückspulen, um ihn mit erneuertem Sauerstoffvorrat wieder einspringen zu lassen.

  9. RV 970 verläuft zwischen Karasjok in Norwegen und Kaamanen in Finnland. Genau nördlich von Kaamanen gibt es eine Strecke, wo die Straße über dicht liegende Hügel führt. Wenn man diese Strecke in einer Sommernacht nach Norden ungefähr mit erlaubter Geschwindigkeit fährt, könnte der Berg und Talbahneffekt zu einem Stück wie diesem inspirieren. Gille begleitet auf seinem Holzkasten, Cajon, den er auf verschiedene Art und Weise spielt. Fliflet spielt Bass, als Gast singt Bjørg Ludvigsen Furnes, und Reidar Skår hat dem nachbarlichen Rasenmäher einen Turbo verpasst. Dank an Christian J. Doppler.

  10. Indiánaoabbá bekam den Text von Karen Anne Buljo und die Melodie von Øverli. Er ist eine Huldigung ihrer Urbevölkerungsschwestern auf dem amerikanischen Kontinent. Ursprünglich war der Text einer bestimmten Person gewidmet, aber als Unklarheiten über den Hintergrund dieser Person auftauchten, folgte Øverli dem Beispiel Beethovens und gab der Widmung einen allgemeineren Charakter. Die Perkussionsgruppe spielt Zyklen auf ihren Bäuchen in verschiedenen Taktarten, aber dank umfangreicher und bürokratischer Vorausberechnungen trafen sie sich zu rechter Zeit an rechtem Ort.

  11. Ruovgga Jievja ist ein Abschiedsjoik. Er ist von Ellen Marit Gaup Dunfjeld geschaffen und handelt von den Schwierigkeiten und der Trauer, wenn man jemanden, der einem nahe steht, verlässt. Øverli joikt, Fliflet sägt.

 

Für besonderes Interessierte:

Die Perkussionisten sind gefragte Musiker, trotzdem war es möglich, daß sich alle am 18. April 1999 im Atlantis Studio in Stockholm trafen, um die Rhythmusinstrumente einzuspielen. Gleichzeitig wurden die Perkussionstracks eingespielt, mit sporadischen Solo-Zugaben. Schweden spielte ein wichtiges Eishockeyspiel am gleichen Tag. Tracks ohne Ferrari und Nilsson wurden ganz im Joikenest Hammerfest eingespielt. Es wurden keine Tangenteninstrumente, Guitarren oder Samplers benutzt.

Die Einspielungen in Hammerfest wurden mit BK (jetzt DKA) 4006 Mikrophonen, TC Electronics Gold Channel Vorverstärker und Tascam Da-88/38 Bandmaschinen über IF-TAD, einen ADAT-TIF-Umformer gemacht. Die Atlantis-Einspielungen benutzten u. a. ein Neve 8026-Mischpult, Jahrgangsmodell und zwei Da-88-Maschinen.

Zum Anfang